Alkohol
Hochkonsumland Österreich
Alkohol gehört in Österreich für viele zum Alltag dazu. Sei es ein Glas Wein beim Abendessen oder ein Bier mit Freund:innen. Mit einem jährlichen Durchschnittskonsum von etwa 11,9 Litern Reinalkohol pro Kopf zählt Österreich zu den Ländern mit hohem Alkoholkonsum. Ein Grund dafür: Alkohol ist in unserer Gesellschaft tief verankert und gesellschaftlich akzeptiert.
Doch für manche wird aus dem gelegentlichen Genuss ein problematisches Trinkverhalten: Schätzungsweise 14 % der Bevölkerung konsumieren Alkohol in einem Maße, das bedenklich ist. Besonders Männer (19 %) sind davon betroffen, bei Frauen sind es etwa 9 %. Rund 340.000 Menschen gelten aktuell als alkoholabhängig – Tendenz steigend.
Jugendliche und die ersten Erfahrungen mit Alkohol
Die ersten Berührungspunkte mit Alkohol haben viele Menschen bereits in ihrer Jugend. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Konsum oft zelebriert wird. Ob bei Geburtstagsfeiern, Festen oder einfach beim Ausgehen mit Freunden.
Dabei unterschätzen viele die Wirkung von Alkohol: Es dauert 30 bis 60 Minuten, bis er vollständig im Körper wirkt. Wer schnell hintereinander trinkt, erreicht sein Limit oft, bevor er/sie die volle Wirkung spürt. Besonders wichtig ist, dass Alkohol niemals als "Problemlöser" herhalten sollte. Weder bei Stress in der Schule noch bei Konflikten im Freundeskreis. Denn was zunächst als Ablenkung erscheint, kann langfristig zu einem echten Problem werden.
Alkohol – Die Folgen bleiben nicht aus
Ein Glas Wein hier, ein Bier dort – kurzfristig mag Alkohol enthemmend und gesellig wirken. Doch regelmäßiger Konsum hinterlässt Spuren, sowohl körperlich als auch psychisch.
Die Leber, unser "Entgiftungsorgan", trägt die Hauptlast beim Alkoholabbau. Aber auch andere Organe wie Bauchspeicheldrüse, Gehirn und Nieren können geschädigt werden. Langfristig drohen lebensbedrohliche Krankheiten. Hinzu kommen oft Probleme im sozialen Umfeld, etwa durch Streit, Jobverlust oder depressive Phasen.
Warnsignale erkennen
Wann wird aus "normalem" Konsum ein Problem? Erste Anzeichen sind ein starkes Verlangen nach Alkohol, Kontrollverlust beim Trinken oder Entzugserscheinungen. Auch das Fortsetzen des Konsums trotz offensichtlicher Probleme, egal ob körperlicher, beruflicher oder privater Natur, sollte nicht ignoriert werden.
Unterstützung für Betroffene
Der erste Schritt aus der Sucht ist oft der schwerste, aber er ist der wichtigste. Eine erfolgreiche Behandlung beginnt mit der Motivation, etwas zu ändern. Von ambulanter Unterstützung bis hin zu stationären Therapien gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um Betroffenen zu helfen. Neben der körperlichen Entgiftung spielt die psychologische Betreuung eine entscheidende Rolle, um auch mental mit der Sucht abzuschließen.
Sucht ist eine Krankheit, keine Schwäche. Es ist niemals zu spät, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Unter folgendem Link findest du Beratungsstellen in deinem Bundesland:
